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Der einheitliche integrierte geodätische Raumbezug in Deutschland

 

Seit dem 1.12.2016 wurden bundesweit die Ergebnisse umfangreicher Messkampagnen als verbesserte amtliche geodätische Bezugsysteme für Lage, Höhe und Schwere eingeführt. Die drei Systeme sind  über gemeinsame Punkte, die Geodätischen Grundnetzpunkte verknüpft. Dazu gibt es ein Faltblatt der AdV. 

ETRS89/DREF91/Realisierung2016

Die bisherige ETRS89/DREF91/Realisierung 2002 wurde durch eine aktuelle und verbesserte Realisierung 2016 ersetzt. Die Festpunkte sind nicht mehr diejenigen der übergeordneten Netze EUREF und DREF, sondern diejenigen der im Jahre 2008 neu bestimmten Geodätischen Grundnetzpunkte. Aus der gemeinsamen Berechnung haben sich verbesserte Koordinaten für die SAPOS-Referenzstationen ergeben. Die Änderungen der Koordinaten betragen in der Lage wenige mm und in der Höhe ca. 1 cm für den Bereich Thüringen. Das bundesweite Referenzstationsnetz ist damit wieder aktuell (neue Antennen) und spannungsarm. Für RTK-Messungen haben die Veränderungen keine Bedeutung, weil die Messgenauigkeit geringer ist. Bei hochpräzisen statischen Koordinatenbestimmungen kann der Unterschied der beiden ETRS89-Realisierungen in der Höhenkomponente beachtenswert sein.

DHHN2016  (Deutsches Haupthöhennetz 2016)

Das bisherige amtliche DHHN92 (Deutsches Haupthöhennetz 1992) wurde durch das DHHN2016 ersetzt. Durchgeführte Erneuerungsarbeiten im amtlichen Höhennetz, mit den damit einhergehenden genauen Höhenbestimmungen (Präzisionsnivellement) in den Jahren 2006 bis 2015, wurden bundesweit ausgewertet. Durch neue Messwerte, eingetretene Höhenveränderungen und über die neue Lagerung des amtlichen Höhennetzes ergeben sich neue Höhen. In Thüringen verändern sich die Höhenangaben von DHHN92 nach DHHN2016 zwischen -0,5 und +2,3 cm.

 

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Für manche Nutzer kann der Unterschied der beiden Höhensysteme möglicherweise unbedeutend sein. Es gilt jedoch den Systemunterschied zu beachten und Höhen immer mit dem jeweiligen Höhensystem zu kennzeichnen, um Verwechslungen auszuschließen.
Aus dem AFIS erhalten Sie die neuen Höhen DHHN2016, die bisherigen Systeme sind jedoch auch auswählbar. Hervorzuheben ist, dass nur die seit 2006 neu bestimmten Höhenfestpunkte die als sehr genau zu bezeichnende DHHN2016-Höhen besitzen. Bei allen anderen Höhenfestpunkten wurde die NHN-Höhe des DHHN92 in diejenige des DHHN2016 mittels einer Transformation überführt. Das zugehörige Transformationsmodell lässt sich auch für Ihre Punktarchive nutzen.

Eine bundesweite online-Transformation www.hoetra2016.nrw.de eröffnet die Möglichkeit selbst zu transformieren.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Höhentransformation auf diesem Webserver. Bei Bedarf und auf Nachfrage können Sie ein Transformationsgitter erhalten. 

Geoid GCG2016

Für GNSS-Anwendungen gibt es ein neues amtliches Geoid GCG2016.
Den Thüringer Teil dieses Geoides können Sie bei der Online-Höhentransformation nutzen oder für Ihre Anwendungen (RTK Rover) auf Anfrage erhalten.

Siehe hierzu auch die BKG-Beschreibung des GCG2016.

          DHHN2016  +  .... m   =  ell.Höhe ETRS89/DREF91/Realisierung2016

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Transformationen

 

RTCM-Transformationsnachricht

 

Bei allen HEPS Daten ab Format RTCM 3 wird eine RTCM Transformationsnachricht (Messages 1021, 1023 und 1025) mit versendet. Mit der Transformationsnachricht wird dem RTK-Rover das Geoid2016 zur Verfügung gestellt, um die ellipsoidischen Höhen in Normalhöhen im DHHN2016 umzuwandeln.

 

Der besondere Datenstrom/Mountpoint VRS_3_2G_TH_PD erhält Transformationsinformationen für den Rover, um die jeweiligen mit RTK gemessenen ETRS89-Koordinaten online in PD83-Koordinaten (Lagestatus 120) und DHHN2016-Höhen zu transformieren. Ergeben sich größere Abweichungen zu örtlich vorhandenen PD83-Koordinaten (zur Überprüfung empfehlen wir Messungen auf Kontrollpunkten), muss eine lokale Einpassung auf eben diese Kontroll- / Passpunkte erfolgen. Eine Nachbarschaftsanpassung, nachträglich auf einem PC, ist mit dem Transformationsprogramm ThuTrans möglich.

 

Das Arbeiten mit Transformationsnachrichten ist interessant für:

Die Transformation und die Umwandlung der ellipsoidischen Höhen in das Höhensystem DHHN2016 regelt bei RTK-Messungen in Trimble GNSS-Empfängern ein Lage-und Geoidmodell, in Leica GNSS-Empfängern das Modell LSKS. Beide Modelle werden bei Nutzung der mit den Korrekturdaten übergebenen Transformationsnachrichten überflüssig.

 

ThuTrans

 

Windowsprogramm ThuTrans zum Übergang ETRS89 <--> PD83 kostenfrei im Downloadbereich

Im TP-Lagefeld erreicht man damit eine Genauigkeit von < 3 cm.

Das gibt es auch als NTv2-Gitterdatei.

 

Lage- und Höhentransformationen

 

zwischen allen üblichen Lage-und Höhensysthemen in Thüringen hier auf dem Server

 

7-Parameter Übergang ETRS89 --> PD83

 

Für die Transformation von ETRS89 nach dem alten Bessel Landessystem Thüringen (PD83) und NHN2016 kann man einen 7-Parameter Transformationsansatz  mit einer Genauigkeit von nur 1 dm Lage und 5 dm Höhengenauigkeit für Thüringen verwenden:

     3 Verschiebungen:     dx = -566,30      dy = -59,60       dz = -445,30    Meter

     3 Drehungen:            rx = -0,48635     ry = 1,33302     rz = -2,59465   Bogensekunden

     1 Maßstab:                m = -6,7613 ppm    bzw. Faktor  0,9999932387

Für einen genaueren Übergang muss man sich eigene 7-Parameter für kleinere Gebiete (z.B. 5x5 km) berechnen.

Passpunkte kann man dort durch Messungen oder durch Transformation mit ThuTrans-Qualität (Lage- und Höhentransformationen)  erhalten.